2019-03-10

Zeit des Verzichts

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Nach dem sündigen Karneval sollen sich die Menschen am Aschermittwoch bewusst machen, dass das Leben endlich ist und wir uns für unsere Taten eines Tages verantworten müssen. Damit einher geht der Beginn der vierzig tägigen Fastenzeit. Zum Faschingsende wird Gläubigen am Aschermittwoch ein Asche Kreuz auf die Stirn gezeichnet mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zu Staub zurück kehren wirst.”

Die einen wollen abnehmen, die anderen suchen leibliche und geistige Gesundheit. Für viele Menschen ist die Fastenzeit eine Zeit der Besinnung und des Verzichts. In den folgenden Wochen bis Ostern halten sie sich mit übertriebenen Genüssen zurück. Alkohol oder Fleisch, Süßigkeiten oder Zigaretten, Internet oder Sex: Fasten ist vielfältig. Manche nehmen sich vor, in der gesamten Fastenzeit immer die Wahrheit zu sagen, was sich als schwieriger heraus stellt, als es sich zunächst anhört. Fasten hat in unserem Kulturkreis einen besonderen Charme, weil wir in einer Zeit leben, in der wir uns diese Genüsse alle leisten können. Darum ist es wichtig, den bewussten Verzicht gelegentlich zu üben, um die Konsumgewohnheiten über einen bestimmten Zeitraum zu brechen. Ein Sprichwort sagt: „Vom Verzicht schwärmen meist die, die auf nichts verzichten müssen.”

Der freiwillige Verzicht kann einiges mit sich bringen: Sich selbst besser kennen lernen. Wertschätzung gewinnen, für das, was man hat. Die eigene Willenskraft testen und trainieren. Die mentale Stärke steigern. Neue Erfahrungen und Perspektiven gewinnen.

Die Fesseln auf der Karte „die 8 der Schwerter” stehen für Verbote, für Selbstbeschränkung und Verzicht, auch für eigene Hemmungen, Scheu und Verklemmtheit. Manchmal deuten sie auf den bewussten Entschluss hin, sich selbst zu disziplinieren. Vorübergehende Einschränkung ist manchmal erforderlich, aber es darf kein Dauerzustand werden, sonst nimmt man Schaden. Sind die Beschränkungen nicht freiwillig auferlegt, wie bei einer Fastenkur, so fordert uns die Karte zu der Erkenntnis auf, dass Restriktionen und Verbote nicht in der Außenwelt liegen sondern unsere eigenen Ängste spiegeln. Die gefesselte Frau könnte fortgehen. Die Bande umfassen nicht ihre Beine. Alles, was sie aufhält, ist die Augenbinde, als Symbol von Isolation und geistiger Kontrolle. Die Erkenntnis, dass nichts sie zurück hält, kann befreiend sein für Menschen, die sich hilflos oder gefangen fühlen. Die Karte sagt ihnen: Dir stehen Schwerter zur Verfügung. Damit ist es möglich, die Fesseln von Hemmungen und Abhängigkeiten aufzutrennen. Danach kannst du die Augenbinde ablegen und die Kontrolle über dein Leben wieder gewinnen.

Die Karte „die 8 der Schwerter” wird mit freundlicher Genehmigung von Tatjana Potemkin vom Tarotsalon Hamburg veröffentlicht.

Admin - 17:39:17 @ Allgemein

 
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